Eigene Werke

op. 1

Orgel-Fantasie f-Moll
Präludium / Allegro maestoso e con brio / Passacaglia
Verlag Rieter-Biedermann Leipzig

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Auf CD eingespielt:
Orgellandschaft Thüringen (CD-Box mit 3 CDs)
Michael Schönheit, Orgel
MDG 319 0552-2

Auf CD 3
Aufgenommen in Ilmenau, St. Jakobuskirche
September 1993 / August 1994

Martin Krumbiegel schreibt im booklet zu dieser Einspielung:
Hermann Keller war in München zunächst Privatschüler Max Regers gewesen. Nach dem Musikstudium (unter anderem am Leipziger Konservatorium bei Reger und Karl Straube) wurde er 1910 Musikschullehrer und Stadtkirchenorganist in Weimar. Als Komponist ließ er drei Werke mit opus-Zahl veröffentlichen und widmete sich später besonders der Herausgebertätigkeit (Orgel- bzw. Klavierwerke J. S. Bachs) sowie dem Verfassen von Lehrwerken und theoretischen Studien (Schule des Generalbaßspiels, Untersuchungen von Bachs Wohltemperiertem Klavier ).
Seine Fantasie f-Moll hat er innerhalb eines Konzertes kurz nach dem Bau der Walckerorgel in der Ilmenauer Jakobuskirche selbst dort aufgeführt.
Dem Hauptthema des Präludiums ist ein zweiter musikalischer Gedanke zur Seite gestellt. Das Allegro im alla-breve-Duktus enthält einen ruhigeren Mittelteil und stellt mit seinen orgelpunkt- gestützten fugato-Abschnitten einen Rückgriff auf die barocke Toccaten-Kunst dar. Keller nutzt dabei immer wieder die neuen technischen Möglichkeiten des Orgelbaus, wie den Einsatz des Registercrescendos. Die Passacaglia besteht aus zwölf Variationen, wobei das Thema auch in der Tenor- und Altstimme erscheint. Zur Variationstechnik über einem Orgelpunkt kommt es ebenso wie zur Verknüpfung des Passacaglia-Basses mit dem Anfangsthema der Fantasie, auf das Keller ab der zehnten Variation wieder zurückgreift.

op. 2

Lieder

Verlag Rothe Leipzig

op. 3

Sonate für Violoncello und Klavier a-Moll

Manuskript

Technische Übungen für Orgel

Von Frau Anne Kern erhielt ich freundlicherweise ein Übungsheft "Technische Übungen für Orgel", das Hermann Keller wahrscheinlich im Unterricht an der Musikhochschule Stuttgart Ende der 20er Jahre benutzte. Nicht in seiner Handschrift, aber mit einigen handschriftlichen Bemerkungen von ihm, so u.a. auf dem Deckblatt mit Bleistift notiert "Kern etc".

Scan zum Download

Frau Kern, die den aka-musikverlag karlsruhe betreibt, schrieb mir:
"...Es müsste eine Originalhandschrift Ihres Vaters sein, mein Vater hatte auch zu der Zeit eine andere Handschrift. Er studierte ab 1926 bei ihm an der Musikhochschule in Stuttgart.
Außerdem hatte mein Vater Kompositionsunterricht bei Ihrem Vater, das belegen verschiedene Briefe mit Korrekturanweisungen und Vorschlägen. 1927 schrieb er ein Empfehlungsschreiben für die Synagoge in Ulm, für die sich mein Vater beworben hatte.
Zwei Jahre vor seinem Tod schrieb er „Sechs Orgeltriosonaten für zwei Manuale und Pedal" (1974), so wie ich recherchiert habe, sind es die ersten nach Bach, weder Reger noch Brahms o.a. haben Orgeltriosonaten komponiert..."

Diese Orgeltriosonaten (in 2 Bänden) sind beim aka-musikverlag erhältlich.

Hinweis

Im Nachlass von Hermann Keller befinden sich noch zahlreiche Manuskripte, welche erforscht und ggf. hier veröffentlicht werden.